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Die Altvorderen-Mythologie - OutTime-Informationen

Der Hintergrund der Altvorderen

Es gibt wohl kaum eine Mythologie in Grenzbrueck, die soviel Wert auf die Überlieferung alter Geschichten legt, wie diejenige der Altvorderen, die hauptsächlich in der tiburischen Mark verbreitet ist. Die Altvorderen-Mythologie und der Hintergrund der Mark Tibur spieglen dabei eine komplexe Mischung aus „Religion“, „Stammes/Volks“-Geschichte, mündlichen Erzählungen, Bräuchen, Mythen, Legenden, Riten, Gepflogenheiten und Traditionen wieder. Die Inhalte der Altvorderen-Mythologie wurden und werden in aller Regel mündlich überliefert, wenngleich es von den wichtigsten Erzählungen, wie z. B. dem 'Alten Sang' auch schriftliche Zeugnisse gibt. Die mündliche Weitergabe erfolgt dabei sowohl durch die Bevölkerung, als auch durch die in der tiburischen Mark lebenden, sogenannten Versschmiede, die das „Gedächtnis“ Tiburs darstellen.

Um das Bespielen und das „Ins-Spiel-Bringen“ der Altvorderen-Mythologie zu erleichtern und ein gemeinsames Verständnis zu fördern, soll an dieser Stelle eine Sammlung des Altvorderen-Hintergrunds entstehen. Und da der Hintergrund mit jeder „neuen“ Geschichte wächst und tiefgründiger wird, wäre es toll, wenn all jene, die sich an diesem Hintergrund beteiligen möchten, an der nachstehenden Sammlung mitwirken und diese peu-à-peu ergänzen würden. Eure Mitspieler werden es Euch danken!

Im ersten Teil findet sich dabei eine Übersicht über allerlei Sitten, Riten, Gepflogenheiten und Bräuche. Diese können ganz alltägliche Dinge, aber auch herausragende Ereignisse, wie Hochzeiten, Kriegszüge oder Bestattungen betreffen.

Den zweiten Teil bildet ein Glossar wichtiger Namen und Begriffe. Namen spielen eine sehr große Bedeutung in der Altvorderen-Mythologie, führt diese doch zurück bis zu den Anfängen der Welt und so haben viele berühmte Tiburer (und Rösser) seit diesem Anbeginn ihre eigenen Geschichten, Legenden und Mythen, seien sie gut oder schlecht, erheiternd oder traurig, episch oder tragisch hinzugefügt. Nicht umsonst beginnen viele tiburische Geschichten mit den Worten. 'Es ist allseits bekannt in der Mark, dass einstmal Alberich, Sohn des Theudemar, Vatervater des Halfas…', und so weiter beginnen. Hinter vielen dieser Geschichten verbergen sich dann Lebensweisheiten oder lehrreiche Verse über Moral, Sitte, Anstand oder Tradition. Da die Namen oder Bezeichnungen aber nichts ohne die Geschichte sind, in der sie vorkommen, wird stets auch angegeben, in welcher/n Geschichten und Erzählungen der Begriff Verwendung findet.

Der dritte Part ist dann der sogenannte Quellenteil, eine nicht abschließende Sammlung der Geschichten und Märchen. Dabei handelt es sich entweder um Erzählungen, die unmittelbar etwas mit der Altvorderen-Mythologie oder Tibur zu tun haben oder aber um einfache Geschichten und Erzählungen, wie Märchen, Mythen und Sagen, die nicht zwingend einen Bezug hierzu aufweisen, aber in der tiburischen Mark verbreitet sind.

Von Sitten, Riten, Gebräuchen sowie Fest- und Feiertagen

  • Allgemeines von Feyern und Festen
  • Bestattungen
  • Brandwasser - Ist ein hochprozentiges, aus Getreide gebranntes, alkoholisches Getränk, dass in ganz Tibur weit verbreitet ist. Zu allen Festlichkeiten wird es gereicht, insbesondere aber solchen mit feierlichem oder freudigem Anlass (wie Namensfeste, Hochzeiten oder Ritterschlägen). Weit verbreitet ist dabei auch der Brauch den Becher oder das Horn mit Brandwasser zu füllen und jedem Gast stets ein gefülltes Horn anzubieten. Es heisst, je mehr der jeweilige Gast trinken würde, desto mehr Glück soll dem Geehrten (z. B. dem Brautpaar) widerfahren. Denn auf diese Weise teilt man das Glück mit allen anderen, wie auch in der güldenen Halle der Ahnen der Becher von Hand zu Hand gereicht wird und dabei niemals leer wird.
  • Feuerspringen - Das Feuer- oder auch Flammenspringen, in manchen Gegenden auch 'Feuertanz' genannt, ist ein unter den einfachen Tiburern weit verbreiteter Brauch. Bei bäuerlichen Hochzeitsfesten wird üblicherweise ein großes Feuer zu Ehren des Brautpaares entzündet. Dieses soll das Schmiedefeuer darstellen, in dem die Brautleute für immer „zu einem Stück“ zusammengeschmiedet werden. Das Brautpaar hat die Ehre als erstes (aber auch zum letzten Mal in ihren Leben) durch das Feuer zu springen, um so ihren Mut nochmals unter Beweis zustellen. Danach springen die nicht verheiraten Männer und Frauen hindurch. Eine alte Weisheit heisst, wer dabei Feuer fange oder sich verbrenne, der sei noch nicht bereit für die Ehe.
  • Hochzeitsbräuche/Eheschliessungen - Auch in der Altvorderen-Mythologie gibt es das Institut der Ehe zwischen Mann und Frau und somit auch Hochzeitsbräuche und -feiern. Schon im Alten Sang wird beschrieben wie Tios seine sieben Töchter mit sieben der acht Reiter vermählte. Die altvorderen Hochzeitsbräuche unterscheiden sich dabei in einigen Punkten grundlegend von denen des Ewigenglaubens. Die Zeremonie kennt dabei unterschiedlichste Riten je nach Gegend in Tibur und auch abhängig vom Stand derjenigen, die vermählt werden. Eine Bauernhochzeit ist eben etwas ganz anderes als die Hochzeit unter Adligen oder gar Fürsten der Mark. Bei Adelshochzeiten ist es üblich, dass zunächst eine Verlobung stattfindet, in denen üblicherweise der zukünftige Bräutigam den Vater der Braut oder - sollte dieser bereits verstorben sein - die Mutter oder den berechtigten Vormund um die Hand der Braut bittet. Üblicherweise wird die Braut nicht um ihre Zustimmung gefragt. Die Zeit der Verlobung kann dabei unterschiedlich lange dauern, da es üblich ist nur zu bestimmten Wochen zu heiraten. Jede Marck/Sippe kennt dabei ihre eigenen Hochzeitswochen, die sich danach richten, wann die Begründer ihrer Familien (der jeweilige Reiter und die jeweilige Tochter einstmals vermählt worden sein sollen). Die eigentlich Zeremonie wird entweder durch den Vater des Bräutigams oder einen Versschmied vollzogen. Bei adligen Hochzeiten reiten die Eheleute jeweils auf einem eigenen Pferd zum Ehebaum der Eltern der Braut, unter dem die Hochzeit vollzogen wird (siehe auch Aldthun). Die Zeremonie beginnt damit, dass der Vater oder Versschmied die Geschichte des Bräutigams beziehungsweise der Braut erzählt und darin die Ahnen des Jeweiligen lobt und besonders hervorhebt. Bei hohen Adligen kann dies durchaus eine lange Zeit in Anspruch nehmen. Hernach bricht der die Eheschliessende einen Ast vom Ehebaum ab und legt diesen zwischen die Brautleute auf den Boden. Nun kann jeder der Einspruch gegen den Bund einlegen will, diesen Ast aufheben und zerbrechen und dann seine Argumente gegen die Ehe vortragen. Ein solches Vorgehen stellt üblicherweise nicht nur einen Affront gegen die Eheleute selbst dar, sondern auch gegen deren Familien, so dass hieraus oftmals handfeste Fehden erwachsen können. Hebt niemand den Zweig auf, so nimmt der die Ehe Schließende fort, um ihn später im großen Hochzeitsfeuer zu verbennen. Hernach folgt ein gegenseitiger, formaler Treueschwur der Brautleute. So die Brautleute dies wünschen, können sie diesen um persönlich Formulierungen ergänzen. Der Bräutigam steckt sodann der Braut, die Braut hernach dem Bräutigam einen Ring an den Finger der rechten Hand als offensichtliche Bekundung des Treueschwurs und als Mahnung hieran. Sodann überreicht die Braut dem Bräutigam ein persönliches Geschenk, das sog. Ehegûth, als Zeichen das ihre Besitzungen und ihr Hausstand nun in demjenigen des Ehemanns mit aufgehen. Der Bräutigam kann (muss aber nicht und tut dies üblicherweise auch nicht) der Braut ebenfalls ein persönliches Geschenk übergeben, wenn er die Gleichstellung zwischen ihm und der Braut herausheben möchte. Sodann beginnen zunächst die eigentlichen Feierlichkeiten, die je nach Rang und Abstammung der Brautleute sehr unterschiedlich ausfallen können. Eine Gemeinsamkeit ist aber beispielsweise das sog. Feuerspringen (siehe dort), das mit der Verbrennung des abgebrochenen Zweiges beginnt. Am Ende der Feier ruft der die Eheschließende die Brautleute zu sich. Diese reichen sich jeweils eine Hand (üblicherweise die Braut die Linke und der Bräutigam die Rechte) und der Vater des Bräutigams oder der Versschmied flechtet ein Band um Hand und Unterarm der beiden, als Zeichen der neuen Einheit. Sodann wird bei adligen Hochzeiten das Ross des Bräutigams herbeigeführt und dieser sitzt gemeinsam mit seiner Braut auf, um 'in ihre erste gemeinsame Nacht' fortzureiten. Am darauffolgenden Morgen setzen die frisch vermählten Eheleute ihren eigenen Ehebaum, unter dem einstmals ihre Kinder heiraten können.
  • Kalender und Monatsnamen - Über viele Jahrhunderte waren in Tibur alte Monatsnamen, die den acht Reitern und den vier Jahreszeitentöchtern gewidmet waren, gebräuchlich. Erst im Jahre 1067 p.r.c. wurden auch in Tibur, die im ganzen Reich üblichen Bezeichnungen eingeführt. In vielen Gegenden werden die althergebrachten Monatsnamen aber immer noch benutzt, insbesondere wenn es um wichtige Ereignisse geht. Auch in den wenigen alten Dokumenten finden sich Verweise auf die alten Monatsnamen. Die Besonderheiten des alten tiburischen Kalenders sind, dass jeder Monat eigentlich zwei Namen hat, die sich nur durch die Endung …sûnn oder …mondt unterscheiden. Will man nämlich ein Ereignis bezeichnen, dass am Tage stattgefunden hat, so benutzt man die Endung …sûnn (für Sonne), fand das Ereignis hingegen in der Nacht statt, so benutzt man die Endung …mondt (für den Mond). Daraus ergibt sich dann folgender Kalender:
OutTime-Monat Bezeichnung tiburischer Kalender
JanuarEhernsûnn/Ehernmondt
FebruarGransûnn/Granmondt
MärzLentesûnn/Lentemondt
AprilTrutzsûnn/Trutzmondt
MaiFyrnssûnn/Fyrnsmondt
JuniHellesûnn/Hellemondt
JuliFeresûnn/Feremondt
AugustBangsûnn/Bangmondt
SeptemberHertesûnn/Hertemondt
OktoberEggesûnn/Eggemondt (in manchen Gegenden auch „Rottlauf“ genannt)
Novemberder namenlose Monat: die Tage des Namenlosen oder auch die Tage und Nächte des Achten genannt.
DezemberGriensûnn/Grienmondt
  • Jahreszeiten - Jede der vier Jahreszeiten wird in der Altvorderen-Mythologie durch eine von vier der sieben Töchter Tios und Eas personifiziert. Lentemild steht dabei für den Frühling, Hellegard für den Sommer, Hertlindt symbolisiert den Herbst und Grienholdt den Winter. Der Legende nach ist es der Gesang der jeweiligen Tochter, der die Jahreszeit prägt. So wechsel sich die Lieder der vier Töchter ab und 'wenn Grienholdts Winterlied verstummt, hebt Lentemild ihren lieblichen Frühjahrssang erneut an und so geht dies Jahr um Jahr'. Nur zu Beginn da sangen manchmal alle Töchter gleichzeitig und es kam zu einem schrecklichen Durcheinander auf der Welt. Da gebot ihnen Ea, ihre Mutter, in jener Reihenfolge zu singen wie zuvor beschrieben.
  • Lechatastechen - Das Lechatastechen ist ein beliebtes Spiel bei allen Feiern und Festlichkeiten zu fröhlichen Anlässen. Auf einem präparierten Brett oder Baumstamm ist eine Abbildung Lechatas, der schwarzen Schlange, dargestellt. Das Brett bzw. der Baumstamm ist so vorbereitet, dass er an bestimmten Punkten brechen kann. Nun wird abwechselnd, je nach Gegend und Brauch, entweder mit einem Speer oder einer Axt auf das Brett geworfen oder mit alten, fast stumpfen Schwertern auf den Baumstamm geschlagen. Für bestimmte Bereiche (das schwarze Herz, der Schwanz etc.) gibt es besondere Punkte, ebenso für das Abtrennen bestimmter Teile. Besonders Wertvoll ist dabei das Abtrennen des Kopfes vom Rumpf, mit dem das Stechen auch endet. Der Sieger des Lechatastechens muss unter den Teilnehmern acht volle Hörner kreisen lassen, will er sich nicht Lechatas Fluch aussetzen.
  • Nacht des letzten Ritts - In jedem Jahr wird am letzten Tag des Hochfluten (im Lentemondt) in Tibur die „Nacht des letzten Ritts“ begangen, in der den verstorbenen Kriegern gedacht wird. Tagsüber finden Reiterspiele an vielen Orten der Marck statt, in denen die Geschichten der heldenhaften Roßkämpfer nachgestellt werden. Am Abend dieses Tages erzählt man sich dagegen die ruhmreichen Geschichten aus altvorderen Tagen oder man zitiert aus dem Alten Sang. Später in der Dunkelheit werden Brandpfeile in den Himmel geschossen oder Flammenlichter in den Himmel steigen gelaszen. Diese sollen bildlich die Fackeln darstellen, welche ein jeder tiburischer Krieger, welcher in der Schlacht oder im Kampfe fällt, erhält, um damit auf Aethernas, dem ewigen Schlachtfeld wider die Dunkelheit zu streiten.
  • Rösser/Pferde - Man kann die Altvorderen-Mythologie und Tibur nicht verstehen, wenn man die Rolle, die die Rösser bzw. Pferde in diesem Hintergrund spielen, nicht könnt. Pferde sind demnach nicht einfach „nur“ Tiere, die nutzbringend in der Schlacht oder auf dem Acker verwendet werden. Vielmehr werden sie in Tibur als Freunde und Gefährten, auf einer Stufe mit dem Menschen selbst, behandelt. Wie auch die Menschen von den Altvorderen (Tios und Ea, acht Reiter und sieben Töchter) abstammen, so stammen die Rösser von Uor und Teatha und deren acht Söhnen ab). Mancher Sammbaum eines edlen Rosses ist länger als der eines Fürsten oder Grafen im Rest Grenzbruecks. Rösser sind der Stolz der Tiburer, die deswegen in anderen Landstrichen des Königreiches auch die 'Roszherren' oder 'Roszfuersten' genannt werden. Der alten Vorstellung nach konnten sich Pferde und Menschen früher verständigen und sprachen eine gemeinsame Sprache. Doch die Kenntnis dieser Sprache ist längst in Vergessenheit geraten und nur noch wenige Versschmiede oder Reiter der Roszkamp vermögen diese zu sprechen.
  • Schwertsang - Der Schwertsang ist ein alter Ritus (eine Art „Gebet“), welchen die Reiter der Mark am Abend vor der Schlacht oder vor wichtigen Ereignissen vollführen, um Tios Wohlwollen im Kampf zu erhalten. Es handelt sich um einen zwischen zwei Ausführenden abgesprochenen Schwertkampf, bei dem Tios, Ea und Uor gehuldigt wird. Der eigentliche Ritus findet sich hier: Schwertsang.
  • Tageszeiten - Nach alter tiburischer Vorstellung gibt es vier Zeiten, in die der Tag eingeteilt wird (Morgen, Mittag, Abend, Nacht). 'Freasûnn' oder 'Freastundt' sind die Morgenstunden oder der Morgen. Der Legende nach bringt Frea den beiden Schmieden am Morgen einen Funken aus dem ewigen Feuer, welches in der güldenen Halle brennt, mit welchem diese auf dem Bluthgroll das Schmiedefeuer (die Sonne) entfachen. Die Mittagszeit wird 'Raudasûnn' oder 'Raudastundt' genannt. Rauda bringt den beiden Schmieden zu dieser Zeit Wasser in großen Krügen, damit diese sich daran erfrischen können. Die Reste schüttet sie in das Schmiedefeuer, so dass dieses nochmals mehr angefacht wird, oder hinab auf die Erde (warmer Sommerregen). Die Abendstunde schließlich werden nach Alba auch 'Albasûnn' oder 'Albastundt' genannt. Alba tritt zu Eherngrimm und Bangmundt und ruft diese in die güldene Halle, um dort den Geschichten Granmyrs zu lauschen und nach getanem Tagwerk zu speisen und zu trinken. Die Nacht, also die Dunkelheit, als vierte „Tageszeit“ wird dem Bösen (Lechata) zugeschrieben, weshalb diese Zeit auch 'Lechtide' genannt wird. Dabei gibt es noch besondere Bezeichnungen für Vollmondt der 'Yrlsmondt' oder (je nach Landstrich auch) 'Eamondt' und für Neumond der 'Lechsmondt' genannt wird. Daraus ergibt sich folgende Übersicht:
Tageszeit Bezeichnung nach Altvorderen-Mythologie
MorgenFreasûnn/Freastund
MittagRaudasûnn/Raudastund
AbendAlbasûnn/Albastund
NachtLechtide
VollmondYrlsmondt/Eamondt
NeumondLechsmondt

Glossar

A

  • Abys - Der Abys bezeichnet den Rand der Welt. Nach dieser Vorstellung ist die Erde eine Scheibe, in deren Mitte das Land Tibur liegt. Die gesamte Erdmasse wird von gewaltigen Ozeanen umrandet, die irgendwann am Rand in die ewige Schwärze hinabstürzen. „Und Faggen und Lechatos vermischten sich, dort wo die Meere hinabstuertzen in die unendliche Schwaertze, am Ende der Welth, Abys genannt.“ (Der Alte Sang)
  • Acht Reiter - Die acht Reiter gehören zu den Altvorderen. Tios, der Erste der Altvorderen entsendet die acht Soehne Uors, des Fürsten der Rösser, in alle Himmelsrichtungen, nachdem er erkennt, dass er den Krieg gegen die Oruchnar nicht gewinnen kann. Aus jeder Himmelsrichtung kehrt eines der Rösser mit einem Reiter zurück. Die Namen der acht Reiter sind: Eherngrimm, der Schwertschmied, Fyrn, der Jaeger, Eggemin, der Ackermann, Granmyr, der Versschmied, Feregrimm, der Fischer, Bangmundt, der Schildschmied, Trutzhardt, der Burgschmied, der Achte, der Namenlose (der später nach der Verführung durch Lechata „Krieg“ genannt wird). Jeder der acht Reiter verkörpert dabei neben seiner Rolle als Krieger auch einen für die tiburische Bevölkerung typischen Beruf. Zumeist werden die Acht daher auch als Schutzpatrone der jeweiligen Berufe verehrt und ihr Wohlwollen, z. B. Eggemin für eine gute Ernte, erbittet.
  • Aetharna - Bezeichnet das ewige Schlachtfeld, eine weite Ebene, auf dem am Ende der Zeit die letzte Schlacht zwischen den Altvorderen und ihren Kindern und der Dunkelheit stattfinden wird. Der klare, wolkenlose Nachthimmel gibt nach dieser Vorstellung den Blick frei auf diese Ebene. Die Sterne sind die Fackeln der verstorbenen Ahnen und Krieger, die sich auf Aetherna unter dem Banner Tios versammeln und von Eggemin, dem Rottmann dort angeführt werden bis die letzte Schlacht anbricht und Tios selbst wieder erscheint.
  • Alba - Ist eine der sieben Töchter von Tios und Ea. Man nennt sie auch die Abendblässe oder die Abendtochter, denn sie symbolisiert den Abend als letzten Teil des Tages, bevor die Nacht hereinbricht, die durch Lechatos Dunkelheit geprägt ist. Alba wird oftmals als zierliche, hellweiße Frau dargestellt. Von ihr wird behauptet sie sei auch kühl und zurückhaltend. Alba soll jeden Abend zu Eherngrimm und Bangmundt gehen und diese zurück in die güldene Halle rufen (wodurch der Untergang, also das Erlöschen des Schmiedefeuers, hervorgerufen wird). Ihr wird die Fähigkeit zugesprochen, den Faggen, jenen geheimnisvollen Nebel des Schicksals, weben zu können und natürlich auch durch diesen in die Vergangenheit und sogar in die Zukunft blicken zu können, was man auch „Albas Auge“ oder „Albas Blick“ nennt. Alba steht für Weisheit und das Gedenken an die Vergangenheit. Man sagt, ihre Lieder seien die „gesungenen Erinnerungen der Welt“. Alba wird mit Granmyr, dem Versschmied, verheiratet und gründet mit diesem die Sippe der Grimmmarck. Aus dieser Verbindung entstammen aber nicht nur die Fürsten der Grimmmarck, sondern auch alle Versschmiede Tiburs leiten sich von diesen ab. Manche Versschmied, die über seherische Fähigkeiten verfügen (sollen), sagt man daher nach, sie hätten Albas Auge geerbt.
  • Alberich - Ist der erste Sohn von Eherngrimm und Grienholdt. Er ist damit der erste Vordere und wurde zugleich auch der erste Herrscher Tiburs nach dem Zeitalter der Altvorderen. Er begründete die Sippe der Erbmarck. Ihm schwört Lohenhardt, der Erste der Roszkamp den Treueid. Als Pfand für den Eid gab Lohenhardt Alberich Tios Horn, das in der letzten Schlacht am Ende der Zeit widererschallen soll über der Welt. Der Legende nach wurde das Horn als Alberich bestattet wurde, zu diesem in die Gruft gelegt, doch ist inzwischen nur noch wenigen bekannt, wo dieser sagenumwobene Ort sein soll. Viele Markgrafen Tiburs tragen den Namen Alberich als Erst- oder Zweitnamen. „Undt Grienholdt gebar Eherngrimm das Erste der Kinder undt sie gaben ihm Alberich als Namen. Undt so ward Alberich der Erste unter den Vorderen.“ (Der Alte Sang).
  • Aldthun - Der Aldthun Baum ist eine sagenhafte, riesige Eiche. Es heißt, er sei der älteste Baum der Welt und er sei Yrls erster Gedanke gewesen, als die Welt erträumt wurde. Der Baum rage soweit in den Himmel, dass man von dort zur goldenen Halle schauen könne. Es sei damit einer der wenigen Orte, an denen man die Ewigkeit (das „Paradies“) sehen könne. Der Baum und seine Umgebung seien von solcher Schönheit, dass sich die Geister der Liebenden dort versammelten und ein jeder der dorthin komme, diesen Hort reinster Idylle niemals mehr verlassen wolle. Tios und Ea sollen sich unter den Blättern des Aldthun vermählt haben und einen Samen in Tibura gepflanzt haben, unter dem sich ihre Töchter jeweils mit den sieben Reitern vermählten. Hieraus soll die Tradition der Ahnen-/Ehebäume entstanden sein, wonach das Ehepaar unter dem von den Eltern gepflanzten Baum heiratet und selbst einen Baum pflanzt unter dem ihre Kinder wiederum heiraten können. Zudem könne man an diesem Ort mit den Geistern der Ahnen in Kontakt treten. Das Holz des Baumes sei von solcher Reinheit, dass jede Flamme, die daran entzündet wird von gleißendem, die Dunkelheit vernichtendem Licht sei. Ferner kann die Glut des Aldthun Holzes genutzt werden, um eine wahrhaft reine Waffe zu schmieden.
  • Alricht - Ein sagenumwobenes Schwert, auch das Schwert der Herrschaft oder als „Marcksschwert“ bezeichnet. Es soll von Eherngrimm und Bangmundt selbst in der Glut der Sonne geschmiedet worden und ohne jeden Makel sein. Die acht Reiter überreichen es Tios mit der Bitte, sie anzuführen. Seit jeher ist Alricht daher das Zeichen der Vorherrschaft des jeweiligen Markgrafen von Tibur. Der Klinge werden dabei übersinnliche Fähigkeiten zugeschrieben, so sei es in Gegenwart von Alricht niemals absolut finster, da noch immer die Glut des Sonnenfeuers darin glimme. 'Dies iszt Alricht, die Bluthklinge, das Schwert der Herrschaft undt des Richters. Macht undt Gerechtigkeyt sindt seyne beyden Klingen. Einer musz den Bundt fuehren undt den Eidt einfordern. Einer musz Fuerst unter Fuersten, Erster unter Gleychen, Herr unter Herren seyn. Euer Bluth aber iszt das Erste unter den Altvorderen undt damit das Reynste und Vornehmste. Daher sollt Ihr, Tios, der erste Marcksmann seyn undt wir wollen Euch folgen.' (Der alte Sang).
  • Altvordere - Die Altvorderen sind eine Mischung aus legendären, unsterblichen Wesen/Helden, aber auch den Begründern der Sippen Tiburs und damit den Menschen sehr ähnlich. Sie sollen vor vielen Zeitaltern bereits auf der Welt gelebt und Tibur erbaut haben. Für Tiburer, die an die Altvorderen glauben, ist es ganz klar, dass die Altvorderen einmal wirklich gelebt haben und sie von diesen abstammen. Insofern handelt es sich weniger um eine Art „Glauben“ als vielmehr um eine Lebensphilosophie und Erklärung der Entstehung der Welt (aber was ist Glaube sonst?). Gleichwohl wohnen den Altvorderen, die unsterblich sind und in der goldenen Halle jenseits der Schwärze auf die Heimkehr ihrer Kinder (den Vorderen) warten, auch „kultische“ bzw. „religiöse Aspekte“ und übermenschliche Kräfte inne.
  • Angha
  • Aswe - bezeichnet das ewige Lied, eine Urformel, das Schicksal, aus dem alles geformt wird und zu dem alles einmal wieder werden wird. Aswe bezeichnet auch die Ewigkeit, etwas ohne Anfang und ohne Ende, das schon immer da war und niemals enden wird. Alles, was darin erklingt, wird ewig sein, weil der Gesang nie verstummt. Yrl vernimmt Aswe und ersinnt danach die Welt. In der Vorstellung der Tiburer bedeutet Aswe auch Unsterblichkeit, denn wer einmal Teil des ewigen Liedes wurde, dessen Geschichte/Leben wird auf ewig erzählt werden und niemals mehr in Vergessenheit geraten.

B

  • Bangmundt - Bangmundt ist der sechste unter den acht Reitern der Altvorderen. Er ist der sog. Rüst- oder Schildschmied. Bangmundt steht für die Aspekte Schutz und Trutz, Achtsamkeit und Vorsicht im Zweikampf Mann gegen Mann. Ferner ist er als Hufschmied auch der Schutzpatron dieser tiburischen Zunft. Ein jeder Tiburer verabschiedet den Hufschmied nach getaner Arbeit mit den Worten 'Moege Bangmundt Deine Hand geleitet haben.'. Bangmundt wird oftmals als Krieger in bronzenem Schuppenmantel mit einem schweren hölzernen Schild dargestellt. Oftmals finden sich aber auch Reliefs, in denen er auf seinem Amboss schmiedet. Bangmundt erhält Rauda als Frau, die 'Mittagsglut' und sie gründen die Gluthmarck.
  • Berengar - Ist der erstgeborene Sohn von Bangmundt und Rauda und damit einer der Vorderen. Er war somit auch der erste Fürst der Gluthmarck.
  • Bluthgroll - Ein sagenhafter, riesiger Berg im Osten der Welt, über dem die Sonne aufgeht. Im ersten großen Krieg (die 'Erste Jagd') gegen die Orks sollen Tios und die acht Reiter so viele Orks erschlagen haben, dass sich deren Leichen zu einem gewaltigen Berg auftürmten. Tios befiehlt Eherngrimm und Bangmundt auf diesen Berg zu steigen und dort Schwerter und Rüstungen zu schmieden (Der Alte Sang). Das Schmiedefeuer aber wird zur Sonne, die die Welt erhellt. Der Legende nach soll das Schmiedefeuer noch immer jeden Morgen von Eherngrimm und Bangmundt auf diesem Berg entzündet und von dort - dem Sonnenlauf entsprechend - über die Welt getragen werden.
  • Brachaz - Ist der Name des Anführers der Kaskaryn während des großen Krieges zwischen den Ratten und den Rössern. Brachaz selbst wird entweder als eine einzige riesige Ratte oder - öfter - als ein Gewirr aus zahlreichen Ratten (sog. Rattenkönig), die teilweise an den Schwänzen zusammengeflochten sind, dargestellt.

E

  • Ea - Ist Tios treue Gemahlin und die Erste der Altvorderen, damit auch die erste Frau der Welt. Sie wurde ebenso wie Tios von Yrl erschaffen und Tios zur Ehefrau gegeben. Als Tios und Ea die güldene Halle verlassen müssen, um auf die Erde zu gehen und die Oruchnar zu bezwingen, schenkt Yrl Ea einen silbernen Schild, um Tios und die ihren alle Zeit vor Lug undt Trug sowie auch Arglist und Falschheit zu schützen. Ea ist damit zugleich auch die erste Schilddame. 'Und Ea ritt auf Teatha selbst in die Schlacht und schuetzte Tios, Uor und Teatha mit dem silbernen Schild vor aller Unbill durch die Oruchnar, die mit Hinterhalt und List versuchten, sie zu toeten.' (Der alte Sang). In der Altvorderen-Mythologie steht der Mond ferner als Sinnbild dieses Schildes. Er erleuchtet die finstere Nacht, den Teil des Tageslaufes also, den Lechatos, das ewige Dunkel beherrscht. Ea gebärt Tios die sieben Toechter: Grienholdt, die Aelteste, Hertelindt, Hellegard, Lentemildt, Alba, Rauda und Frea, die Juengste, die sie später mit sieben der acht Reiter vermählen und daraus die Sippen Tiburs begründen. Ea steht für Weisheit und weibliche Intuition, für guten und hilfreichen Rat, aber auch für Weitsicht und in gewisser Weise auch für List, in dem Sinne, ihre Ziele auf „ehrbarem, aber unkonventionellem“ Wege zu erreichen. In Tibur heisst es oft, dass die Männer „heisspornig“ seien und nur durch die Weisheit und den „kühlen Kopf“ ihrer Frauen vor manch tollkühner Dummheit bewahrt würden.
  • Eala - Bezeichnet ein reines Feuer. Der Begriff wird dabei mehrdeutig benutzt. Zum einen ist damit das reinigende Licht, welches die Dunkelheit vertreibt gemeint. Tios erhält Eala von Yrl geschenkt. 'Yrl schenckte Tios das Feuer, Eala, und die gueldene Halle ward durch den Scheyn der Fackeln hell erleuchtet.' (Der Alte Sang). Zum anderen bezeichnet Eala auch die reine, wahre Liebe. 'Dies ist Eala, die reine Flamme, das Licht, welches dem Herzen entspringt. Nimm sie, sie soll Dir Hoffnung sein bis ans Ende Deiner Tage!' (Der Spielmann und der Gormûl).
  • Ebroin - Ist der erstgeborene Sohn von Fyrn und Frea und damit einer der Vorderen. Er war somit auch der erste Fürst der Hertzmarck.
  • Eggemin - Eggemin ist der dritte unter den acht Reitern der Altvorderen. Man nennt ihn auch den Ackermann. Eggemin ist damit derjenige unter den Acht, der mit dem einfachen Volk, den Bauern und Knechten der Mark am ehesten verbunden ist. Eggemin steht für die gute Aussaat und die gute Ernte, für Geben und Nehmen. Daher bringt das einfache Volk ihm oft Opfergaben dar, indem ein kleiner Teil der Ernte zu seinen Ehren verbrannt wird. Zugleich spielt Eggemin eine Doppelrolle in der Altvorderen-Mythologie, denn er wird auch der Rottmann genannt, ähnlich aber nicht gämzlich vergleichbar der Vorstellung des Todes. Er holt jene, die nicht im Kampf oder in der Schlacht fallen (diese erhalten von Tios selbst ihre Fackel) am Ende der Tage aus ihren Gräber, die er bewacht und führt sie sodann auf Aethernas, das ewige Schlachtfeld. Er ist damit auch der Wächter der Grabhügel und der Ahnengeister und spielt damit eine wichtige Rolle im Ahnenkult, denn bis die Geister der Toten in die güldene Halle zurückkehren können, speisen sie an Eggemins Tafel. Auf Aethernas sammelt er in der Zwischenzeit auch die gefallenen Krieger und führt diese an, bis Tios Banner am Ende zur letzten großen Schlacht gegegen die Dunkelheit selbst erscheint. Eggemin wird üblicherweise als ein in einfache Kleider gehüllter Mann dargestellt, der einen braunen Mantel trägt. An der einen Seite trägt er entweder eine Sense oder Sichel, sowie auch einen Pflug. Auf seinem Roß Ter ist auf der rechten Seite einen leinener Sack gefüllt mit Körnern befestigt, während auf der Linken ein leinener Sack mit Schädeln und Erde hängt. Eggemin wird von Kyrr, einem schwarzen Raben begleitet. Eggemin wird mit Hertelindt, der Herbstzeyttochter vermählt und gründet mit dieser die Grollmark.
  • Eherngrimm - Eherngrimm ist der Name des ersten unter den acht Reitern der Altvorderen. Er ist der Schwert- oder Waffenschmied im Gegensatz zu Bangmundt, dem Rüstschmied. Eherngrimm steht für Entschlossenheit, Mut sowie Tapferkeit, manchmal auch für übertriebene Tollkühnheit und Forschheit im Kampf Mann gegen Mann. Eherngrimm wird meist als ein hühnenhaft großer Mann dargestellt, der ein Schwert und einen Schmiedehammer trägt. Gemeinsam mit Bangmundt entzündet er ein gewaltiges Schmiedefeuer auf dem Bluthgroll (welches die Sonne symbolisiert). Eherngrimm schmiedet Alricht, das Marcksschwert, und überreicht es Tios als Zeichen dessen Vorherrschaft über die Altvorderen. Er heiratet Grienholdt, die Winterzeitentochter, und gründet mit dieser die Erbmark. Sie begründen mit Alberich, ihrem erstgeborenen Sohn, der - als die Altvorderen die Welt verlassen - von Tios Alricht, das Marcksschwert erhält, die Herrscherfamilie Tiburs.

F

  • Fackeln - Mit Fackeln werden in der Altvorderen-Mythologie die Sterne bezeichnet. Jeder Stern steht für die Fackel eines großen Kriegers, der im Kampf gefallen ist und nun auf Aethernas, dem ewigen Schlachtfeld mit dem Feuer seiner Fackel gegen die Dunkelheit kämpft. Jeder Gefallene erhält von Tios selbst seine Fackel und je mehr sterben, desto mehr Licht wird am Himmel erscheinen. Blickt man des Nachts zum Sternenhimmel, so sieht man also dort die Ahnen, wie diese gegen Lechatos streiten und ihren Kindern und Kindeskindern ein wenig Licht in der Dunkelheit spenden.
  • Faggen - Bezeichnung sowohl für den Urnebel, der einstmals dort war wo die heute die Welt, als Yrls Träume und Gedanken diese formten, als auch für die Nebel an sich. Die Nebel versperren die Sicht auf die Dinge, es heisst, dass dahinter oder daraus die Zeit und das Schicksal gesponnen oder geformt werde. 'Der Faggen iszt jener Nebel, der das Schicksal verschleyert undt sich nur fuer wenige Augen oeffnet.', ist eine bekannte Weise in Tibur. Nach der Altvorderen-Mythologie versperrt der Faggen am Rande der Welt, dort wo sich die Meere in die unendliche, tiefe Schwärze ergiessen, den Blick auf Lechatos und auf die güldene Halle.
  • Frea - Frea ist eine der sieben Töchter von Tios und Ea. Frea steht für die Morgenröte oder auch den 'Morgen' selbst. Es heißt, sie sei nach Lentemild die zweitschönste der sieben Töchter und ihrer Mutter Ea Lieblingstochter gewesen, woher auch die Namensverwandtschaft rühren soll. Freas Antlitz wird als blaß und lieblich beschrieben, während ihr Haar feurig rot ist, ebenso wie ihr Wesen 'feurig', d. h. forsch und eigensinnig, sein soll. Frea steht zugleich aber auch für die Eigenschaften Treue und Dankbarkeit. Zugleich symbolisiert sie den stetigen Neuanfang, das Bezwingen der Dunkelheit und ewige Jugend. Menschen, die sich sorgen oder in Not sind, sagt man oft 'Möge Dir Freas Antlitz bald wieder scheinen.'. Frea bringt der Legende nach jeden Morgen Eherngrimm und Bangmundt einen Funken, um das Schmiedefeuer (die Sonne) anzufachen. Frea wird mit Fyrn dem Jäger verheiratet und gründet mit diesem die Herzmark.
  • Fyrn - Fyrn ist der zweite der acht Reitern der Altvorderen. Er ist der Jäger und Fährtenleser. Zugleich symbolisiert er auch den Wald, der sein zuhause ist und über den er wacht. Fyrn steht für eine rasche und klare Auffassungsgabe, Spürsinn, Schnelligkeit und Gewandheit, zugleich aber auch für die Natur und deren Unbarmherzigkeit. Er wird meist als ein Mann, gehüllt in Pelze dargestellt, der einen Speer, einen Bogen und Pfeyle bei sich hat. Um seinen Hals trägt er eine Kette aus Zähnen von Raubtieren. In manchen Legenden heißt es, Fyrn könne sich in einen weißen Wolf verwandeln, während in anderen Versionen nur berichtet wird, er beherrsche die Sprache der Wölfe und diese seien seine Gefährten auf der Jagd. So soll er im großen Krieg die Wölfe herbeigerufen haben, um mit diesen die Orks zu jagen. 'Undt Fyrn rief die Woelfe herbey undt verbuendete sich mit ihnen undt jagte die Oruchnar. (Der Alte Sang). Will man einem Jäger Glück wünschen, so grüßt man ihn mit einem 'Fryns Fang!'. Fyrn heiratet Frea, die Morgentochter, und gründet mit dieser die Herzmark.

G

  • Ganoruchnar - Ist der Name des ersten Anführers der Oruchnar (Orks) während der Kriege gegen die Altvorderen. Die Vorsilbe 'gan' stammt aus dem Orkischen und könnte am ehesten mit 'Großer Anführer' oder 'Fürst' übersetzt werden.
  • Galdang - Ist der Name einer Festung in der Erbmark, die der markgräflichen Familie gehört. Sie soll dem Ebenbild Ghaladangs nachgebildet sein und eine kleinere Version der ewigen Halle des Ruhms darstellen (daher auch die Namensverwandtschaft). Seit jeher werden hier die großen Herrscher der Mark bestattet. Der Legende nach soll Trutzhart selbst die Halle im Auftrag Tios errichtet haben.
  • Ghaladang - Ist der Legende nach die gewaltige große, goldene Halle im Jenseits, in der eines Tages die Menschen vereint mit Yrl selbst und mit den Altvorderen ewig speisen und feiern und dem ewigen Lied - Aswe - lauschen werden. 'Jenseyts des Faggen aber ward Yrl und webte aus dem gueldenen Haar ein gueldenes Landt und eine gewalthige, ewige goldene Halle des Ruhms, Ghaladang genannt. 'Jene, die aufrecht, stoltz, ehrhaft undt gerecht sindt, werden an Yrls Tafel speysen mit den Altvorderen undt allen Kindern und Kindeskindern. In Ghaladang sindt sie vereynt mit den Vaetern und Vaetervaetern undt allen die zuvor waren oder hernach kamen.' (Der Alte Sang).
  • Ghar - Ist ein legenäres Roß, auf welchem Fyrn reitet. Ghar stammt von Uor und Teatha, dem Fürsten und der Fürstin der Rösser, ab. Ihm wird die Eigenschaft zugeschrieben, der Gewandteste der acht Söhne Uors zu sein.
  • Godobaldt - Ist der erstgeborene Sohn von Granmyr und Alba und damit einer der Vorderen. Er war somit auch der erste Fürst der Grimmmarck.
  • Gôrmul - Ist der Name einer sagenumwobenen Bestie, die in Gestalt eines schwarzen Wolfes in einer gewaltigen Höhle in der Erbmark lebt und über das Land zieht, um Kinder, Alte und Schwache zu rauben und zu fressen. Seine Haut soll so hart gewesen sein, dass kein normales Schwert hindurchdringen konnte, sondern an dem Körper der Bestie zerbrach. Nur eine Klinge geschmiedet aus Stärke, Mut und Hoffnung soll dieses Untier verletzten oder gar töten können. 'Und da er das Schwert in der Gluth des reynsten Feuers geschmiedet hatte und die Klinge voller Staercke, Muth und Hoffnung war, ebenso wie das Hertz des Herrschers, da toetete der Herrscher das Untier.' (Vom Spielmann und vom Gôrmul). In anderen Gegenden Tiburs heisst es, der Wolf aus der Legenden vom blutrothen Waldt sei ebenfalls der Gôrmul. Dieser wird durch die Liebe einer jungen Frau gerettet, so dass sich der verwunschene Wolf in einen Jüngling zurückverwandelt. (Vom blutrothen Wald).
  • Gram - Gram wird auch als 'Yrls Bote' oder auch 'Yrls Wille' bezeichnet. Er ist eine übernatürliche Gestalt aus der güldenen Halle, die ab und an auf der Welt auftaucht, wohin Yrl nicht selbst gehen kann. Die Versschmiede sagen, Gram erscheine in den verschiedensten Formen auf der Welt. Er kann ein Traum sein oder auch einer Erzählung innewohnen. Personifiziert wird er üblicherweise als männlicher Reiter auf einem Roß dargestellt, welches durch die Luft fliegt. Allerdings soll Gram auch jegliche andere Gestalt annehmen können, die ihm opportun erscheint.
  • Granmyr - Granmyr ist der vierte der acht Reiter und der Versschmied unter diesen. Er ist damit auch der Erste der Versschmiede, der Älteste und Weiseste unter den acht Reytern. Alle Versschmiede leiten ihren Ursprung von Granmyr selbst ab, jenem größten Geschichtenerzähler und Sänger, der selbst den 'Alten Sang', die Geschichte der Entstehung der Welt und der ersten Zeitalter, verfasst und den Tiburern gegeben haben soll. Granmyr wird meist als blinder, alter Mann, gehüllt in feyneres Tuch und grauem Haar beschrieben. Üblicherweise trägt er einen Käfig mit Schwalben bei sich und eine Runenkette um den Hals. Auch wenn Granmyr ein Versschmied ist, so ist er doch zugleich auch einer der acht Reiter und damit ein Krieger, wobei er für den bedachtsamen, vorausschauenden Kampf, Taktik und Strategie steht, Eigenschaften, die manch heißspornigem Roßkamp oder tiburischem Ritter vielleicht manchmal abgehen.
  • Grienhold - Grienhold ist eine Altvordere und die Älteste der sieben Töchter von Tios und Ea, der beiden ersten Altvorderen. Sie ist Eherngrimms Gemahlin und aus ihrer Sippe entstammt damit auch die Familie derer von Tibur selbst. Sie wird als die Wintertochter oder letztlich damit als der „Winter“ selbst verehrt. Man sagt auch 'Sie singe den Winter…' oder 'ihr Lied sei der Winter…'. Sie steht daher zum einen für Kälte und Strenge, für eine entbehrungsreiche Zeit sowie aber vor allem auch für Aufrichtigkeit und Entschlossenheit, denn nur hierdurch vermag der Mensch den harten, rauen Winter überstehen. Oftmals bringen die Menschen ihr im Winter Opfergaben an den Herden und Feuern dar, erzählen ihr zu Ehren Geschichten oder singen Lieder und bitten sie um Milde und Barmherzigkeit bzw. versuchen sie hierdurch zu besänftigen. Besonders heftige Winterstürme werden auch als „Grienholds Zorn“ bezeichnet, es heißt dann Grienhold zürne Eherngrimm, ihrem Gemahl.

H

  • Hellegard - Hellegard ist eine der sieben Töchter von Tios und Ea und damit eine der Altvorderen. Hellegard ist die Sommerzeitentochter oder auch der 'Sommer' selbst. Hellegard wird mit Feregrimm, dem Fischer, verheiratet und gründet mit diesem die Güldmark.
  • Hertelindt

I

  • Ild - Ist ein legenäres Roß, auf welchem Eherngrimm reitet. Ild stammt von Uor und Teatha, dem Fürsten und der Fürstin der Rösser, ab. Ihm wird die Eigenschaft zugeschrieben, der Schnellste der acht Söhne Uors zu sein.

K

  • Kaskaryn - Kaskaryn ist der Name des gewaltigen Rattenvolkes, das die Erde einstmals besiedelte und sich gegen die Herrschaft der Rösser, durch deren König Uor und dessen Königin Teatha, aufbegehrte. Nach der Altvorderen-Mythologie paart sich die schwarze Schlange, Lechata, mit den Ratten und aus den von ihr hernach gelegten Eiern, brechen die Oruchnar, die Orken, hervor. Die heutigen Ratten haben mit diesem Volk nur noch wenig gemein. 'Da paarte sich Lechata mit den Kaskaryn und aus den Eiern, die die schwartze, saeugende Schlange gebahr, erhob sich eine schreckliche Bruth, die zur Geyszel der wachen Welth werden sollte, die Oruchnar - Orckenbruth, wie man sie auch nennt.' (Der Alte Sang).
  • Kehlot - Ist ein legenäres Roß, auf welchem der achte Reiter, später Krieg genannt, reitet. Keloth stammt von Uor und Teatha, dem Fürsten und der Fürstin der Rösser, ab. Ihm wird die Eigenschaft zugeschrieben, der Stolzeste der acht Söhne Uors zu sein.
  • Kyrr - Ist der Name des Raben des Rottmann (Eggemin). Er steht für die Botschaft des nahen Todes. Er erspäht, wohin der Rottmann als nächstes gehen soll. Es heisst, wenn ein Rabe auf dem Dach eines Hauses oder vor der Tür Platz nehme, dann werde dort alsbald jemand sterben oder zumindest ein schlimmes Unglück geschehen. Eine alte Weisheit der Versschmiede lautet: 'Kyrr ist des Rottmanns Bote. Er kommt zu schauen, ob jene die gehen müssen, bereit dazu sind.'
  • Kusz - Ist ein legenäres Roß, auf welchem Trutzhart reitet. Kusz stammt von Uor und Teatha, dem Fürsten und der Fürstin der Rösser, ab. Ihm wird die Eigenschaft zugeschrieben, der Treueste der acht Söhne Uors zu sein.

L

  • Lechatos - Bezeichnet das Nichts, das Urdunkel und damit auch das Urböse. Es ist der Keim des Schattens, der Dunkelheit über die Welt bringt, symbolisiert durch die ewige Nacht. Er beginnt als winziger kleiner Samen, der sich immer weiterfrisst und gewaltig heranwächst, bereit, alles, was sich ihm in den Weg stellt zu vertilgen. Lechatos wird üblicherweise nicht personifiziert. Es ist das 'Böse und Schlechte' hinter oder in den Dingen. Die Altvorderen und ihre Kinder bekämpfen Lechatos und seine Kreaturen (z. B. Lechata) bis in der letzten Schlacht auf Aethernas Feldern am Tage des Zwylichts die Entscheidung fallen wird, ob das Licht oder die Dunkelheit obsiegen wird. 'Jenseyts des Faggen aber ward Yrl und webte aus dem gueldenen Haar ein gueldenes Landt und eine gewalthige, ewige goldene Halle des Ruhms, Ghaladang genannt. Und Yrl nahm den silbernen Schild und blickte hinein und ihr Widerblick wurde in den Nebel des Faggen geschleudert. Lechatos, der Keim des Dunckels ward dort gesaet, wo das Widerbildnis hinfiel, da der Faggen zerstob im Nichts des Widerblicks. Der Keim sprosz und das Dunckel wuchs heran und mit ihm das Nichts und es drohte alles zu vertilgen. Und Yrl trauerte und erschrak ob dieser Bewandtnys.' (Der Alte Sang).
  • Lechata - Ist das personifizierte 'Böse' auf der Welt, überwiegend dargestellt als schwarze Schlange, die aus Lechatos geboren wird und auf die Welt kriecht, um diese zu vertilgen. 'Doch es geschah, dasz Lechatos Hunger unersaettlich wurde und er die Welth und alles darauf vertilgen wollte. Das Dunckel aber war zu schwach, die Gestade des Meeres zu ueberwinden. Und daher schnitt Lechatos sich ein winziges Stueck aus seynem unermeszlichen Leyb und formte hieraus Lechata, den schwartzen Wurm, die verschlagene Schlange und Pestilencz. Und Lechata schwomm durch die Gestade des Meeres und vernahm im Rauschen der Oceane leyse Aswe‘s Widerklang und kroch an Landt.' (Der Alte Sang). Die Altvorderen und die Rösser bekämpfen die schwarze Schlange. Diese paart sich mit den Ratten und gebiert daraufhin die Oruchnar (die orkische Brut), die gegen die Altvorderen in die Schlacht ziehen, um diese zu vernichten. Lechata kann neben ihrer Urform als Schlange auch noch andere Gestalten annehmen. So taucht sie in manchen Legenden als großer schwarzer Wolf auf (siehe auch der Gôrmul) oder aber als alte gebrechliche Greisin oder als wunderschöne, verführerische junge Frau auf (vgl. Der Alte Sang). Lechata wird einmal von Tios und den Altvorderen gefangen genommen, kann jedoch den achten Reiter, den Namenlosen, überzeugen, sie freizulassen und sich mit ihr in Gestalt der wunderschönen Frau zu vereinen. 'Undt er nahm die Schlange, liesz sie frey undt vereinte sich mit ihr in der Gestalt der wunderschoenen Frau. Undt die Schlange gebar ihm die Zeit als erste Tochter undt alles auf der Welth wurde vergaenglich undt sterblich. Hernach zeugten sie viele Soehne undt Toechter, er der dunckle Princz undt der schwartze Drachen. Wuth, Zorn, Angst, Furcht, Tollkuehnheyt, Gier, Wolllust, Morden undt Schlachten, Hochmuth, Eitelkeyt, Pest, Leydt undt Verderben sindt ihre Namen. Undt Legion iszt ihre Zahl.' (Der Alte Sang). Aufgrund dieses Verrats des achten Reiters entstehen die 'Roszkamp', die die Schuld des achten Reiters tragen und durch den entschlossenen Kampf und die Bereitschaft ihr Leben darin zu lassen, diese Schuld zu tilgen versuchen. Lechata ist der Erzfeind der Tiburer, über den man hofft am Ende der Zeit zu siegen.
  • Lentemild - Lentemild ist die jüngste, der sieben Töchter. Sie ist die Frühlingszeitentochter oder auch der 'Frühling' selbst. Wie alle vier „Jahreszeitentöchter“ heißt es, sie singe den Frühling bzw. ihr Lied sei der Frühling. Man sagt, sie sei die schönste und anmutigste der sieben Töchter. Sie steht für das Aufblühen des Lebens, die Milde und die Güte. Viele Kranke oder vom Schicksal schwer geschlagene Menschen erflehen 'Lentemilds Güte'. Sie bringt Heilung und Linderung im Schmerz und kennt die Heilkräfte der Natur, insbesondere der Pflanzen. Es heißt, wenn der Frühling komme, dann singe Lentemild ihr Lied in der güldenen Halle und der Klang reiche soweit, dass auch bei uns alles wieder zum Leben erwache. 'Schaut Lentemilds Lied!', sagen dann die Menschen auf dem Land, wenn sie die ersten Knospen der Frühjahrsblumen auf den Wiesen sehen. Lentemild ist die Gemahlin Trutzharts und gründet mit ihm die Sippe der Dorntrutz.
  • Lohenhardt - Ist der erstgeborene Sohn des achten Reiters und Richelindt, dessen erster menschlicher Frau. Er ist damit der Erste in der achten Sippe, dem Stamm ohne Heimat, aus welchem die Roszkamp hervorgehen. Er ist damit der erste Anführer der Roszkamp, ihr erster Rittmann, Führer der ersten Lantze. Noch heute führt der jeweilige Anführer der Roszkamp den Namen Lohenhardt als Beinamen, so auch der derzeitige Anführer Tiomandt Lohenhardt. 'Am Ende dieser Zeyt aber trat Lohenhardt vor Alberich, beugte seyn Knie undt sprach 'Alberich, Erster aus der Sippe Eherngrimms undt Grienholdts, Herr der Marck, Erster unter Gleychen, Dir undt Deinen Soehnen undt Soehnessoehnen schwoeren wir die Treue immerdar, die wir dem achten Stamm entspringen. Was auch immer Du oder Deyne Nachkommen verlangen, wir wollen nicht zoegern. Deyn Worth sey uns Befehl, von keynem mag es in Zweyfel gezogen werden. Dies schwoeren wir bis zum Zwylicht, wenn das Horn Deines Vaters widererschallt undt die letzte Schlacht beginnt. Nimm das Horn als Pfandt fuer diesen Eid undt unsere Treue. Wir werden es von Dir herausverlangen, wenn die Schuldt unseres Vaters, welche unsere Schuldt iszt, getilgt iszt.' (Der Alte Sang).

M

  • Mar - Ist ein legenäres Roß, auf welchem Feregrimm reitet. Mar stammt von Uor und Teatha, dem Fürsten und der Fürstin der Rösser, ab. Ihm wird die Eigenschaft zugeschrieben, der Mutigste der acht Söhne Uors zu sein.

N

  • Nefala - Allgemein altvordere Bezeichnung für Frevel oder Sünde. Im Besonderen bezeichnet Nefala aber auch die Zerstörungswut, die den achten Reiter, den Namenlosen, anfällt und diesen zu 'Krieg' werden lässt. 'Undt wie die Schlange so gesprochen, da packte der achte Reyter die Schlange undt hielt sie ueber den Abgrundt und Zorn undt Wuth erfuellten seyn Hertz und seynen Geyst undt eine dunckle Flamme, Nefala genannt, loderte in seynen Augen auf, die Begierde zu zerstoeren.' (Der Alte Sang).
  • Nianwiel - Ist der Name eines geheimnisvollen, mystischen Quells. Seinem Wasser sollen magische Eigenschaften innewohnen. Durch seine Reinheit könne er jede Krankheit heilen und jede Wunde schließen. Anderen Mythen nach habe er sogar die Macht, Toten neues Leben einzuflössen. 'Es gibt einen Quell, welchen man den Nianwiel nennt und aus dem das älteste und reinste Wasser fließt. Es heißt, in dem Wasser sei Yrls erste Träne gewesen, als die Meere geschaffen wurden, um die Dunkelheit von der Welt zu trennen.' (Vom Spielmann und vom Gôrmul). 'Und eine Traene ran das Antlitz Yrls hinab und formte den Nianwiel, den Quell, und wo dieser vom Land in das Nichts stroemte, da formte er die Meere der Welth, als Bollwerck zur ewigen Schwaertze.' (Der Alte Sang).

O

  • Oruchnar - Oruchnar ist die alte Bezeichnung für Orks oder Orken. Die Oruchnar werden von Lechata, der schwarzen Schlange geboren, nachdem diese sich mit den Kaskaryn, den Ratten, gepaart hat. Für die Tiburer sind Orken nicht mehr als wilde, rohe, verwahrloste Tiere, auch wenn diese sprechen können und sich manche 'Technologie'angeeignet haben mögen. Da die Oruchnar Tiere sind, kann man nach tiburischer Vorstellung keinen Krieg oder Kampf (diesen kann man nur gegen 'ehrenhafte' Feinde führen) ausfechten, sondern man jagt diese. Die Oruchnar sind der Erzfeind der Tiburer. 'Da paarte sich Lechata mit den Kaskaryn und aus den Eiern, die die schwartze, saeugende Schlange gebahr, erhob sich eine schreckliche Bruth, die zur Geyszel der wachen Welth werden sollte, die Oruchnar - Orckenbruth, wie man sie auch nennt. Die Oruchnar hatten den Durst ihrer Mutter nach Bluth geerbt und sie strebten daher aus dem Berg. Ganoruchnar war ihr Anfuehrer und viele, unzaehlige von ihnen stroehmten ueber das Landt. Dies war der Beginn des ersten groszen Krieges und viele von Uor’s Soehnen und Toechtern wurden von den Oruchnar gefangengenommen und der schwartzen Mutterschlange oder der Dunckelheyt selbst geopfert oder unterjocht und zu Sklaven gemacht.' (Der Alte Sang).

R

  • Rauda - Rauda ist eine der sieben Töchter von Tios und Ea und damit eine der Altvorderen. Rauda steht für die Mittagssonne oder auch den 'Mittag' selbst. Rauda wird als die stärkste der sieben Töchter beschrieben. Ihre Wangen sollen glutrot sein und ihr Haar strahlend blond, fast weiß. Sie sei tüchtig und arbeitssam und ihr Wesen voller Güte und Wärme. Wenn Rauda aber erzürnt ist, kann sie auch unerbittlich sein. Sie bringt zum Mittag hin, Eherngrimm und ihrem Gemahl Bangmundt Wasser in großen Krügen, damit diese sich daran laben können. Den Rest aus den Krügen gießt sie sodann in das Schmiedefeuer (die Sonne), so dass dieses noch heller und stärker erstrahlt. Wenn die Sonne im Sommer besonders heiß brennt, sagen die Bauern oft 'Rauda habe es mit den Schmieden zu gut gemeint.'. Wenn hingegen ein warmer Sommerregen fällt, so hört man oft die Redewendung 'Die tüchtige Rauda habe zuviel Wasser gebracht.'. Rauda wird mit Bangmundt, dem Schild- oder auch Rüstschmied, verheiratet und gründet mit diesem die Glutmark.
  • Richelindt
  • Roszkamp

S

  • Sieben Töchter - Bezeichnet die sieben Töchter Tios und Eas, die zu den Altvorderen gehören. Die Jahreszeitentöchter repräsentieren dabei jeweils eine Jahreszeit. Diese sind Lentemildt (Frühling), Hellegard (Sommer), Hertelindt (Herbst) und Grienholdt (Winter). Demgegenüber stehen die Sonnentöchter jeweils für eine Tageszeit. Diese sind Frea (Morgen), Rauda (Mittag) und Alba (Abend). Jeder der Töchter werden dabei unterschiedliche Eigenschaften und Wesenszüge zugeschrieben. Die sieben Töchter werden mit sieben der acht Reiter vermählt und begründen damit die einzelnen Sippen der tiburischen Mark. Ihre Kinder werden als die Vorderen bezeichnet.
  • Sang, Der Alte oder Große - Das Hauptwerk der Altvorderen-Mythologie. Es beschreibt die Entstehung und Besiedelung der Welt, die Altvorderen und die von diesen geführten Kriege gegen die Lechata, die schwarze Schlange und die Orks. Er gibt ferner einen Ausblick auf das, was in Zukunft sein könnte. Der Legende nach stammt der 'Alte' oder auch 'Grosze Sang' genannte Text von Granmyr, dem Versschmied der Altvorderen selbst. Er ist eines der wenigen, schriftlich dokumentierten, Werke der Altvorderen-Mythologie.
  • Schilddame/-magd
  • Schmiedefeuer - Die Sonne wird in Tibur als „Bangmundts und Eherngrimms Schmiedefeuer“ bezeichnet. Geht die Sonne unter erlischt das Schmiedefeuer, da die beiden Schmiede ihr Tagwerk dann verrichtet haben. 'Schmiedet uns Schwerter und Ruestungen in der Gluth des reynen Feuers. Das Licht Eures Schmiedefeuers aber soll die Welth erhellen, damit wir die schwartze Schlange, Lechata, Ursprung allen Uebels finden koennen. Beginnt auf dem Gipfel des Bluthgroll undt zieht dann ueber den Sueden undt Westen bis zum duncklen Gebirge. Undt so wie Tios gesagt hatte, geschah es undt das Schmiedefeuer erhellte die Welth undt der Tag war geboren undt der Klang ihrer Haemmer schallte ueber das Landt und die Welth und das Donnern und Grollen vernahmen alle Wesen. Undt die Nacht war dann, wenn das Feuer der Schmiede erlosch, weyl Eherngrimm undt Bangmundt ruhten.' (Der Alte Sang). Siehe auch Tageszeiten.
  • Schwertdame/-magd

T

  • Teatha
  • Theat - Ist ein legenäres Roß, auf welchem Granmyr reitet. Theat stammt von Uor und Teatha, dem Fürsten und der Fürstin der Rösser, ab. Ihm wird die Eigenschaft zugeschrieben, der Klügste der acht Söhne Uors zu sein.
  • Theodard - Ist der erstgeborene Sohn von Eggemin und Hertelind und damit einer der Vorderen. Er war somit auch der erste Fürst der Grollmarck.
  • Theuderuc - Ist der erstgeborene Sohn von Trutzhart und Lentemild und damit einer der Vorderen. Er war somit auch der erste Fürst der Trutzmarck.
  • Ter - Ist ein legenäres Roß, auf welchem Eggemin reitet. Ter stammt von Uor und Teatha, dem Fürsten und der Fürstin der Rösser, ab. Ihm wird die Eigenschaft zugeschrieben, der Stärkste der acht Söhne Uors zu sein.
  • Tibura - Ist der Name des Stammsitzes der Altvorderen auf der Welt. Es soll einstmals die größte Halle in Tibur gewesen sein, errichtet auf einem Hügel, von welchem aus man weit in das Land sehen konnte. Tios und Ea pflanzten hier einen Samen des Aldthunbaumes ein und vermählten hier ihre Töchter mit den sieben Reitern. Die Halle selbst soll Trutzhart, der Burgschmied, in Tios Auftrag gebaut haben. Laut den Legenden wurde auf Tibura das heutige Dhulhardt, die Hauptstadt der tiburischen Mark errichtet. Nach anderen Quellen ist es eine symbolische Bezeichnung für ganz Tibur, woher auch die Begriffsähnlichkeit stammen soll. 'Undt die Acht toeteten viele der Oruchnar undt Tios nahm Lechata gefangen undt kehrte in die grosze Halle Tibura, die Trutzhart errichtet hatte, zurueck und bandt den schwartzen Wurm an einen Pfahl vor dem groszen Tor Tibura's.' (Der Alte Sang).
  • Tios
  • Trutzhart - Ist der siebte der acht Reiter. Er kommt aus den Bergen im Nordwesten und man nennt ihn auch den Burgschmied oder auch den Baumeister. Durch seine Hand entstand die große Halle Tibura, der Stammsitz der Altvorderen in dieser Welt. Tutzhart wird als der wortkargste der acht Reiter beschrieben. Er lies stets Taten statt Worte für sich sprechen. Auch heute sagt man noch 'Mit Trutzharts Worten sprechen', wenn man zum Ausdruck bringen will, dass jemand ein Mann der Tat ist. In Darstellungen findet man ihn oft mit Messtab undt Zirkel oder als Krieger mit einem Schild. Auch schreibt man Trutzhart besondere Willensstärke, Zähigkeit und Härte zu. Im Kampf sagt man, jemand sei 'von Trutzhart beseelt', wenn er seine Stellung oder Position unnachgiebig verteidigt oder hält, ohne auch nur einen Fuß breit zu weichen. Trutzhart wird Lentemild zur Frau gegeben. Der Legende nach zog er mit seiner Sippe in den Norden und durch seine Willesnskraft besiegte der den 'Zorn der Berge' selbst (Wallmûr - Schild der Marck). Von Ihm stammt die Sippe derer zu Dorntrutz ab, die über die Trutzmarck herrschen.

U

  • Uor

V

  • Versschmied - Versschmiede sind die Geschichtenerzähler in Tibur, aber zugleich auch weise Ratgeber, Seher und Richter. Sie sind das Gedächtnis des Volkes, sie bewahren die Erinnerung an längst vergangene Geschehnisse, die Ursprünge der Welt und sie „halten“ durch die Erzählungen und Erinnerungen die Verbindungen zu den Ahnherren und Vatervätern aufrecht. Versschmiede werden gemeinhin sehr geachtet in der ganzen Mark. Ein jeder lässt sie gern ein in sein Haus, bewirtet sie und hört ihren Geschichten zu. Aber Versschmiede beschäftigen sich nicht nur mit der Vergangenheit. In der Gegenwart sprechen sie Recht, denn sie kennen hunderte von Fällen, die den Vorgetragenen ähnlich sind und schon einmal so oder so entschieden wurden. Auch wenn der Adel dies ab und an nicht immer gern sieht, so wird es kaum jemand wagen, sich gegen die Entscheidung eines Versschmieds zu stellen. Ferner so heißt es, könnten einige Versschmiede aufgrund ihres übersinnlichen Talents in die Zukunft schauen, sie hätten die Gabe durch die Nebel der Zeit zu blicken und zu sehen, was geschehen könnte(!), auch wenn die Zukunft vage ist und noch nicht feststeht (diese Fähikeit wird auch als „Albas Blick“ oder „Albas Auge“ bezeichnet. Die Warnung eines Versschmieds wird nur ein törichter Tiburer einfach in den Wind schlagen. Zudem vermögen Versschmiede sich in der Kunst der Alchemie zu verdingen und manche, so heißt es, könnten Verbindung mit der Welt der Geister, Feen und anderer Gestalten der Natur herstellen. Meist besitzen Versschmiede Tiere, die ihnen als Begleiter dienen und deren übernatürliche Sinne und Instinkte sie mit ihnen angeblich teilen. Typische Tiere sind Krähen, Raben, Wölfe oder Wolfshunde, aber auch Adler, Falken oder Schwalben. Nur Katzen meiden Versschmiede, da diese Tiere im Verdacht stehen, ihnen Unglück zu bringen. Manche Versschmiede genießen aber auch den Hauch des Mystischen und Unnahbaren. Es gibt einige wenige, verstoßene Versschmiede, die sich aus der Sicht der einfachen Leute zu sehr mit der Totenwelt und den Geistern eingelassen haben sollen und deren Unglück, welches von den Toten auf sie abgefärbt ist, weitergeben an jene, die ihnen Unterschlupf gewähren. Insoweit kann das Schicksal eines Versschmieds sehr unterschiedlich sein. Versschmiede reden sehr klar und deutlich von den vergangenen Dingen, verfassen darüber Lieder, Gedichte und Geschichten, Epen, Fabeln, Dramen und manchmal auch Schalkgeschichten. Von der Zukunft indes sprechen sie nur in vagen, rätselhaften Worten, denn diese steht bekanntlich nicht fest. Meist stellen sie mehr Fragen, als dass sie Antworten geben. Alle Versschmiede leiten ihren Ursprung von Granmyr, dem alten Weisen, ab. Er, der den 'Alten Sang' verfasste, die Geschichte der Entstehung der Welt und der ersten Zeitalter. Auch wenn Granmyr ein Versschmied ist, so ist er doch zugleich auch einer der acht Reiter und damit ein Krieger, wobei er für den bedachtsamen, vorausschauenden Kampf steht.
  • Vordere - Bezeichnet herkömmlicherweise die Abkömmlinge der Altvorderen. Zu den Altvorderen gehört nur jene Generation, die von Yrl in die güldene Halle zurückgerufen wurde sowie der achte Reyter (also Tios, Ea, die sieben Töchter und die acht Reiter sowie Uor und Teatha und deren acht Söhne). Alle Kinder und Kindeskinder, alle daraus entstammenden Sippen werden als die 'Vorderen' bezeichnet. In manchen Gegenden werden als Vordere auch nur die jeweils Erstgeborenen der Sippen bezeichnet.
  • Vyr - Ist ein legenäres Roß, auf welchem Bangmundt reitet. Vyr stammt von Uor und Teatha, dem Fürsten und der Fürstin der Rösser, ab. Ihm wird die Eigenschaft zugeschrieben, der Ausdauernste der acht Söhne Uors zu sein.

W

  • Wallmûr - Ist ein sagenumwobenes Schild, welches einstmals von Bangmundt geschmiedet worden und durch die Heldentaten Trutzharts zu Berühmtheit gelangt ist. Noch heute trägt die Familie derer von Dorntrutz die Wappenfarben, die Wallmûr einst geziert haben sollen. 'Der Krieger aber sprach. 'Seht Herr, der Schild, welcher Euch vor der Dunkelheit schützte und die Finsternis vertrieb! Ich tat es, weil nur aus Treue Ehre erwachsen kann!'. Der Fürst aber sprach 'Besonnen hast Du gehandelt, Dir gilt mein größter Dank. Ehre sei Dir gewiss jetzt und alle Tage. Wie aber ist der Name des Schildes? Er soll Legende werden und in allen Teilen meines Reiches soll er bekannt sein.'. Da sprach der Krieger 'Wallmûr sei sein Name. Denn wie ein Wall ist er unüberwindlich für seine Feinde, er trotzt Sturm und Frost und selbst die Dunkelheit bricht sich daran wie die Nacht an den Mauern der Burgen. Der Fürst sprach 'So sei es!'. (Wallmûr - Schild der Marck).
  • Wulfram - Ist der erstgeborene Sohn von Feregrimm und Hellegard und damit einer der Vorderen. Er war somit auch der erste Fürst der Gueldmarck.

Y

  • Yrl
  • Yrls Schild
  • Yrls Traenen

Z

  • Zwylichts, Tag des

Quellenteil - InTime-Hintergrundmaterial für Tibur-Spieler

Hier finden Spieler und NSC, die sich mit dem Altvorderenglauben beschäftigen möchten, inTime-taugliches Hintergrundmaterial.

  • Der Alte Sang - die Hauptschrift des Altvorderenglaubens und eine der wenigen tatsächliche schriftlich niedergelegten Erzählungen. Es heisst Granmyr selbst habe diese verfasst. Die Erzählung berichtet über die Entstehung der Welt der Mark Tibur und auch vom Ende aller Tage.
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